Fachkraft für Arbeitssicherheit: Pflichten, Kosten, Auswahl
Was ist eine Fachkraft für Arbeitssicherheit?
Eine Fachkraft für Arbeitssicherheit (SiFa) ist ein speziell ausgebildeter Experte, der Arbeitgeber in allen Fragen des Arbeitsschutzes berät. Die Bestellung einer SiFa ist nach dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) für jeden Arbeitgeber in Deutschland Pflicht — ab dem ersten Mitarbeiter.
Die SiFa arbeitet eng mit dem Betriebsarzt zusammen und unterstützt den Arbeitgeber bei der Umsetzung aller gesetzlichen Arbeitsschutzanforderungen. Sie ist dabei beratend tätig — die Verantwortung für den Arbeitsschutz bleibt beim Arbeitgeber.
Aufgaben und Pflichten der SiFa
Die Aufgaben einer Fachkraft für Arbeitssicherheit sind im ASiG §6 geregelt:
- Beratung des Arbeitgebers bei der Planung und Ausführung von Betriebsanlagen und Arbeitsmitteln
- Gefährdungsbeurteilungen erstellen und aktualisieren
- Betriebsbegehungen durchführen und Mängel dokumentieren
- Unterweisungen der Mitarbeiter organisieren und durchführen
- Arbeitsunfälle analysieren und Präventionsmaßnahmen entwickeln
- ASA-Sitzungen vorbereiten und daran teilnehmen (ab 20 Mitarbeitern)
- Behördenkontakte unterstützen (Gewerbeaufsicht, Berufsgenossenschaft)
Die SiFa muss regelmäßig vor Ort sein. Die Häufigkeit richtet sich nach der DGUV Vorschrift 2 und der Betreuungsgruppe Ihres Unternehmens.
Was kostet eine Fachkraft für Arbeitssicherheit?
Die Kosten für eine externe SiFa variieren je nach Unternehmensgröße, Branche und Betreuungsumfang:
| Unternehmensgröße | Monatliche Kosten (ca.) |
|---|---|
| 1–10 Mitarbeiter | 49–80 EUR/Monat |
| 11–50 Mitarbeiter | 80–150 EUR/Monat |
| 51–100 Mitarbeiter | 150–300 EUR/Monat |
| 100+ Mitarbeiter | individuell nach Aufwand |
Der Stundensatz einer SiFa liegt typischerweise bei 70–100 EUR. Viele Anbieter bieten Pauschalverträge an, die alle gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen abdecken.
Tipp: Vergleichen Sie immer mehrere Anbieter. Die Preisunterschiede können erheblich sein — durch einen Vergleich sparen Sie bis zu 30%.
Interne vs. externe SiFa
Unternehmen können eine eigene SiFa anstellen oder einen externen Dienstleister beauftragen:
Externe SiFa (empfohlen für KMU):
- Keine Festanstellung nötig
- Breite Branchenerfahrung
- Flexibel skalierbar
- Kosten nur für tatsächliche Leistung
Interne SiFa:
- Tiefe Kenntnis des Betriebs
- Ständige Verfügbarkeit
- Erst ab ca. 500 Mitarbeitern wirtschaftlich sinnvoll
Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist eine externe SiFa die bessere Wahl — günstiger, flexibler und professionell.
Worauf bei der Auswahl achten?
Bei der Wahl eines SiFa-Anbieters sollten Sie auf folgende Punkte achten:
1. Qualifikation: Die SiFa muss eine anerkannte Ausbildung nach ASiG nachweisen können
2. Branchenerfahrung: Wählen Sie einen Anbieter, der Ihre Branche kennt
3. Regionale Nähe: Für Begehungen und ASA-Sitzungen sollte der Anbieter in Ihrer Region sein
4. Leistungsumfang: Klären Sie, welche Leistungen im Vertrag enthalten sind
5. Vertragslaufzeit: Achten Sie auf flexible Kündigungsfristen
6. Referenzen: Fragen Sie nach Erfahrungen mit ähnlichen Unternehmen
Häufig gestellte Fragen
Weiterführende Informationen
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